Flachdachkonstruktionen

Zunächst soll mal der allgemeine Aufbau eines Flachdaches beschrieben werden:

1 .Tragkonstruktion (Stahlbeton, Trapezblech, Holz etc.)

2. Ggf. Haftgrund bzw. Trennlage (Holz)

3. Dampf- und Luftsperre

4. Wärmedämmung

5. Ggf. Luftraum bei belüftetem, zweischaligem Dach (sog. „Kaltdach“)

6. Abdichtung

Dampfsperre

Die Dampf- und Luftsperre kann aus den verschiedensten Materialen bestehen. Bei Stahlbetondecken kann diese auch aus Kunststoffolien bestehen. Ein dichter Anschluß der Nähte ist nicht erforderlich. Allerdings sind Durchbrüche Dampf- und Luftdicht anzuschließen.
Bei Trapezblechen sind lose verlegte Folien denkbar ungeeignet ! Hier kann man entweder bituminöse Dampfsperren einsetzen, oder aber spezielle selbstklebende Dampfsperren. Die immer wieder verwendete V 60 S4 + Al ist aber schlichtweg zu empfindlich (V 60 S4 + Al = Rohglasvliesbahn, 4 mm dick, Schweißbahn, Aluminiumeinlage). Hier ist eine Glasgewebebahn G 200 S4 + Al wesentlich geeigneter. Oder aber eben Systembahnen.

Wärmedämmung

Die Wärmdämmung kann bestehen aus: Polystyrol („Styropor“), Extruder-Schaum, PUR, Mineralfaser oder Schaumglas. Andere Dämmstoffe werden nur selten eingesetzt. Auf Betondächern hat sich Polystyrol alleine wegen des günstigen Preises durchgesetzt. Auf Stahltrapezblechen kommt es aber immer wieder zu Dämmstoffwanderungen. Hier ist Mineralfaser oder Schaumglas besser geeignet. PUR hat den besten Dämmwert aller Dämmungen, so daß hiermit die Höhen reduziert werden können. Von daher eignet sich PUR insbesondere für Terrassen und Balkone. PUR ist jedoch teurer als Polystyrol. Extruder-Schaum wird als Umkehrdämmung eingesetzt (hier liegt die Dämmung auf der Abdichtung) oder auch bei höheren Belastungen. Extruderschaum hat die gleiche Belastungsmöglichkeit wie PUR, ist aber wasserfest.
Nur Mineralfaser und Schaumglas sind nicht brennbar.
Schaumglas, das teuerste Dämmprodukt, ist nicht brennbar, verrottet nicht, wasserdicht und wasserfest sowie dampfdicht. Zudem ist die Entsorgung problemlos, da es sich im Grunde um Sand handelt.

Abdichtung

Hier scheiden sich die meisten Geister. Es gibt die „weiße“ und die „schwarze“ Fraktion.
Gemeint sind damit die Vertreter der Kunststoff-Abdichtungsbahnen („Folien“) bzw. der bituminösen Abdichtungsbahnen.
Da wir von der planungsgruppe dach pd® nicht für die Industrie tätig sind, gehören wir keiner der Fraktionen an, sondern beurteilen die Vor- und Nachteile der jeweiligen Produkte neutral.
An dieser Stelle würde ein Vergleich erstens zu weit führen und zweitens in der Praxis nicht anwendbar sein. Es hängt immer von vielen Umständen ab, welche Lösung gewählt wird.

Oberflächenschutz

Im Wesentlichen werden hier verwendet: gewaschener Kies, Plattenbeläge oder Schiefersplitt und keramische Einstreuungen. Alle Arten gelten als sog. „harte“ Bedachung, die im Sinne der DIN 4102 beständig ist gegen Funkenflug und strahlende Wärme sind.

Kies und Plattenbeläge übernehmen aber auch die Windsogsicherung. Bei beschieferten Abdichtungen sind diese entweder mechanisch befestigt oder es handelt sich um einen komplett verklebten Dachaufbau.

Lebensdauer

Die Lebensdauer hängt natürlich von den äußeren Umständen, der Nutzung aber auch stark von den verwendeten Materialien.
Aber nicht nur die Abdichtung ist hier entscheidend, sondern das ganze Abdichtungs- und Dämmpaket. Hier ist eben eine intensive Beratung erforderlich. Die Lebensdauer kann von etwa 7 Jahren bis über 50 Jahre reichen.

Die Lebensdauer kann durch Wartungsverträge nicht unerheblich verlängert werden. Oftmals reicht auch ein reiner Inspektionsvertrag.
Eine Anfrage bei uns oder Ihrem vertrauten Dachdeckermeister hilft Ihnen weiter.