Funktion und Eigenschaften der Dampfsperre

Als Dampfsperren gelten Bauteilschichten, die einen Wasserdampfdiffusionswiderstand (Sperrwert oder sd-Wert) von größer 0,50 m haben. Als Werkstoffe eignen sich entsprechende Spezialpapiere (imprägniert, bituminiert) oder Kunststofffolien (Polyethylenfolie PE 0,15 bzw. 0,25 mm, Polyamidfolie PA ca. 0,05 mm, usw.), Aluminiumfolien (> 0,05 mm), jeweils extra oder als Kaschierung in Verbindung mit einer Wärmedämmung oder Plattenmaterialien wie Gipskarton- oder Spanplatten. Die Wahl der Dampfsperre hängt vom jeweiligen Gesamtaufbau der Dachkonstruktion ab. Zu beachten ist, das die Materialien eine geeignete Zulassung haben.

Eine Dampfsperre soll verhindern, dass feuchtwarme Luft in die Dachkonstruktion eindringen und dort als Tauwasser ausfallen kann. Sie funktioniert nur in Verbindung mit einer Wärmedämmung, an deren Raumseite sie angeordnet werden muss. Damit aber an der Unterseite (Raumseite) der Dampfsperre kein Wasser in tropfbarer Form ausfällt, muss diese Unterseite warm gehalten werden. Kritisch wird es immer dann, wenn bei normalen Voraussetzungen (innen + 20°C, 55% relative Luftfeuchte; außen -10°C, 80% relative Luftfeuchte) die Oberflächentemperatur unter die Marke von 12,3°C sinkt. Werden Dampfsperren darüber hinaus falsch geplant und ausgeführt, sind Schimmelbildungen die Folge. Das sogenannte Barrackenklima, das durch die Anwendung von dichten Dampfsperren entstehen soll, ist bei richtig geplanten und ausgeführten Aufbauten nicht zu befürchten. Wichtig ist auch das ausreichende Lüften. Durch regelmäßiges Stoßlüften wird erheblich mehr Luftfeuchtigkeit in den Räumen abgebaut, als jemals durch die Konstruktionen der geneigten Dächer diffundieren würde.

Bei Dampfsperren wird eine 6-fach höhere Dichtigkeit (der 6-fach größere Sperrwert) im Vergleich zum restlichen Aufbau von innen nach außen angestrebt. Im Normalfall ist kein rechnerischer Einzelnachweis zu erbringen. Ebenso kann auf einen Nachweis verzichtet werden, wenn Dampfsperren bei unbelüfteten Dächern einen sd-Wert = 100 m haben oder sd,i = 2,00 m und außen sd,a = 0,30 m. Zu beachten ist auch, dass raumseits der Dampfsperren das Dämmvolumen (der Gesamtwärmedurchlasswiderstand) nicht größer als 20% des Gesamtdämmvolumens (Gesamtwärmedurchlasswiderstand) betragen soll. Hierbei sind alle Schichten raumseits der Dampfsperre zu berücksichtigen. Alles was darüber liegt, muss berechnet werden. Eine Möglichkeit zur Berechnung der bauphysikalischen Funktionalität eines Dachaufbaus ergibt sich aus dem Glaserdiagramm.

Bei heutigen Konstruktionen übernimmt die Dampfsperre häufig zusätzlich die Aufgabe der Luftdichtschicht.

Grundsätzliches zum Thema Luftdichheit und Dampfsperren

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