Reinigung durch Kupferfirst?

Ist der Kupferfirst die Lösung aller (Dreck-)Probleme?

Ähnlich wie bei den Dachbeschichtern, die dem deutschen Hauseigentümer einreden wollen, ein nachträglich beschichtetes Steildach, egal welche Art der Eindeckung vorhanden ist, würde eben durch ihre Beschichtung länger halten und der Bewuchs und Verunreinigungen würden nachhaltig beseitigt, so „erfinden“ immer wieder „Geschäftsleute“ neue Mittelchen,
die Dachflächen reinigen und nachhaltig sauberhalten sollen.

Warum braucht man das???

In einem Flyer der Arbeitsgemeinschaft Ziegeldach werden die Ursachen der Verunreinigungen oder Begrünungserscheinungen von Dachflächen sehr eindrucksvoll beschrieben.
Im Grundsatz sind diese Erscheinungen nicht schädlich für die Eindeckung. Dennoch drängen umtriebige und selbsternannte Bautenschützer auf den Markt, die genau das Gegenteil behaupten.
Eines der Highlights dieser Mitmenschen ist der nachträglich aufzubringende Kupferfirst.
Mit schönen Bildchen auf den Homepages oder in Broschüren wird der Beweis der Funktionalität dieser Erfindungen „erbracht“. Im direktem Vergleich von „vorher und nachher“ werden Dächer abgebildet, die angeblich bereits nach 24 Monaten nach der Montage des ultimativen Kupferfirstes sich selbständig und vollkommen gereinigt hätten.
Ebenfalls als „Beweis“ muß auch noch der mit Kupfer bekleidete Kaminkopf herhalten oder die Gaube, deren Stirn- und Seitenflächen ebenfalls mit Kupfer bekleidet sind. Hier – so die Argumentation – würde sich ja schließlich unterhalb der Bekleidungen keine Verunreinigung zeigen. Folglich muss das
bei der Montage von Kupfer im Firstbereich für die gesamte Dachfläche gelten.

Allein die Hersteller verschweigen die wahren Ursachen für das Erscheinungsbild.
Dr. Helmut Protzer und Dipl. Ing. Fritz Röbbert beschreiben in einem downloadbaren Sonderdruck der Homepage des deutschen Kupferinstituts sehr schön die Schichtenentstehung der Patina bei Kupfer.
Nach der Lektüre dieses Artikels und der Einschaltung des logischen Menschenverstandes kommt der Leser zu drei Fragen:

  1. Wie kann es sein, daß die Reinigung angeblich auch bei stark konturierten Ziegeln/Dachsteinen
    auf den oberen Bereichen (den Deckkrempen oder den Mittelwulsten) eintritt?
  2. Wenn wirklich soviel Kupferionen, die notwendig wären, daß das beschriebene Ergebnis der
    Reinigung eintritt, „ausgewaschen“ werden, wie soll Kupfer dann unbegrenzt halten und
    vor allem, wie groß muß die Fläche sein, die die Ionen freistellt?
  3. Was passiert nach der Bildung der natürlichen Patina, die Kupfer bildet?

Der Autor wird auf die drei Fragen eine schlüssige Antwort geben.
Zu Frage 1 kann gesagt werden, daß nicht allein das Kupfer im Bereich der Kamine Ursache für die Nichtbildung von Verunreinigungen ist.
Würde nämlich, wie behauptet, einzig das Auswaschen von Ionen zuständig sein, dann würden diese gar nicht wegen der Schwerkraft, der auch das Wasser folgen muß, auf die Oberkanten der Deckkrempen oder Mittelwulste gelangen können. Die Folge wäre eine Wirkung nur im Wasserlauf der
Deckmaterialien, im Erfolgsfall also ein vertikal gestreiftes Dach.

Bei den Fällen, bei denen die „Selbstreinigung“ am deutlichsten auftritt, ist meistens eine Ölheizung beteiligt. Bei der Verbrennung von Öl entstehen unter anderem leicht schweflige Säuren, die Pflanzen nun mal nicht mögen. Und nur dann, wenn sich die Säuren mit dem Regenwasser verbinden und
anschließend auf die in der Nähe befindlichen Dachziegel/Dachsteine abregnen, nur dann kann in Verbindung mit Luftströmungen und Verwirbelungen überhaupt die Wirkung auch auf den Deckfalzen eintreten.

Zu Frage 2 Die verschiedenen Hersteller angeblich reinigender Firste aus Kupfer oder auch von Kupferbändern, die im Bereich der Firste oder Grate aufgeklebt werden, versuchen durch innovative Formgebung der Kupferoberflächen größere Wirkungsgrade zu erzielen.
Bieten einige noch den vollflächigen Abschluß, also gerade Blechkantungen auf den Firsten und Graten, an, verändern andere diese durch mehr Kantungen, in denen das Niederschlagswasser länger verweilen und dadurch mehr Ionen aufnehmen soll. Wieder andere stellen Arten her, die eher an einen alten metallischen Topfschwamm erinnern denn an ein Bauteil für das Dach.

Hintergrund bei allen ist jedoch, daß die Hersteller offenbar erkannt haben, daß es große Flächen sein müssen, die überhaupt zu einem Erfolg führen könnten.
Und in der Tat, es müssen große Flächen sein, wollte man kleinere Flächen über einen begrenzten Zeitraum frei von Moosen und Algen halten oder gar zu reinigen.

Zu Frage 3 Nach dem Einbau wird sich sehr schnell die Korrosion einstellen. D. h., die Patina wird sich bilden, was an der zunehmend dunklen Verfärbung der Oberfläche abzulesen ist.
Die Anzahl der ausgewaschenen Ionen verringert sich dabei allerdings recht wenig.
Trotzdem ist sehr deutlich, daß Kupfer allein nichts oder zumindest sehr, sehr wenig bewirken würde.
Wie weiter oben beschreiben muß also mindestens ein weiterer Faktor hinzukommen. Und hier muß der Autor wieder auf den Schwefel zurückkommen. Der Schwefel wird benötigt, damit sich bei dem Kupfer
überhaupt Sulfate bilden können.

Wenn man sich aber nun vor Augen führt, daß der Verschmutzungsgrad mit Schwefelanteilen in der Atmosphäre sich in den letzten Jahren um einen Faktor von ~30 (Tendenz steigend) verringert hat, dann wird wiederum klar,
daß die Systeme, die hier angepriesen werden, nicht oder nur sehr wenig funktionieren. Und wenn man weiter berücksichtigt, daß die Luft zumindest im europäischen Raum noch schwefelärmer werden soll, dann kommt die Wirkung zum Erliegen.
Letztlich ist die saubere Luft mit dafür verantwortlich, daß sich überhaupt Moose und Algen auf den Dächern bilden können. An der Neubildung oder gar an einer Reinigung der Dachflächen sind die Kupfervorrichtungen
jedenfalls nicht im großen Stil beteiligt.

Beobachtungen und Untersuchungen zeigen zudem sehr eindruckvoll, daß auch andere Metalle eine Verringerung oder Minderung der Moos- und Algen-Bildung hervorrufen.
Der Autor hat das nachfolgende Bild von einer Homepage eines Anbieters von Kupferfirstelementen „ausgeliehen“.

Bei der Betrachtung fängt der Autor von oben an. Selbst wenn der Kamin mit Kupfer bekleidet und eingefasst ist, er steht nicht auf der uns zugewandten Seite des Daches. Ein direkter Kontakt mit dem Kupfer und dem dort
anfallenden Niederschlagswassers ist also unmöglich. Die Haube entwässert zu den Seiten, kommt also als treibende Kraft ebenfalls nicht in Frage.
Dann die beiden Dachflächenfenster. Zumindest die Schürze der Einfassung der Fenster besteht aus Blei.
Erkenntlich an der Farbe, dem Grauton. Der restliche Rahmen könnte sowohl aus Aluminium oder sogar Zink bestehen. Auch hier sind deutlich Ablaufspuren mit „reinigender Wirkung“ erkennbar.
Die Ursache kann aber wirklich nicht das Kupfer sein.

Bleibt noch anzumerken, daß bei metallischen Werkstoffen allgemein in Verbindung mit z. B. Abgasen, oder regionalen Luftinhaltsstoffen, die sich an den Metallen niederschlagen und dort zu leichten Säuren umwandeln,
der gleiche Effekt eintreten kann. Es ist zu vermuten, daß senkrechte Metalloberflächen bei bestimmten Witterungsbedingungen die Feuchtigkeit aus der Luft „anziehen“ und dort abgelagerte Schadstoffe in höherer
Konzentration abwaschen, wenn die Wassermoleküle eine Größe erreicht haben, die sie zum Abtropfen bringt.

Strömungstechnische Ursachen, z. b. Verwirbelungen im Bereich von Gauben, oder Abfliessgeschwindigkeiten von anfallendem Niederschlagswasser mögen diesen Effekt zusätzlich unterstützen.

Interessanterweise können aber auch unterhalb von Kaminen und Dachflächenfenstern gegenteilige Beobachtungen gemacht werden. Die gesamte Dachfläche ist mehr oder weniger frei von Algen- oder Moosbildung. Unterhalb von Dachflächenfenstern und Kaminen sind die (in diesem Fall bei Betondachsteinen) Dachflächen hingegen jedoch grün. Dieses Phänomen widerspricht aber nicht den oben getätigten Aussagen. Es ist vielmehr so, daß noch unterstrichen wird, daß es nicht Einzelfaktoren sein können, die eine Wirkung hervorrufen oder nicht.

Als Fazit kann aus Sicht des Autoren festgestellt werden, daß die angepreisenen Kupferelemente, unabhängig von dem Umstand der Montage auf dem First oder Grat oder unterhalb/daneben, keine so ausgeprägte Wirkung haben können,
wie dieses gern von den Herstellern behauptet wird.

Als letzten Hinweis möchte der Autor zusätzlich vor der Gefahr waren, daß bei dem Einsatz von Kupfer oberhalb von niederen Metallen wie z. B. Zink/Titanzink, eine zerstörende Wirkung aufweisen wird.

© stefan ibold, planungsgruppe dach 2004

Fachbuch „Kommentar zur Flachdachrichtlinie“ 3. Auflage

Die 3. Auflage des Kommentares zur Flachdachrichtlinie, die zum 01.01.2026 Gültigkeit bekommen hat, ist fertig gestellt.
DDM Stefan Ibold beschreibt darin die Unterschiede zu der DIN 18531 und macht auf Probleme bei der Umsetzung aufmerksam, die entstehen können, wenn zuvor nicht vereinbart wurde, nach welchen Vorgaben gearbeitet werden soll.
Weiter interpretiert und erläutert er Vorgaben aus der Flachdachrichtlinie, die möglicher Weise mißverstanden werden können.
https://www.baufachmedien.de/flachdachrichtlinie-kommentar-eines-sachverstaendigen.html#buch

Tauwasser (Schwitzwasser) an Wohnraum-Dachfenstern

Ich versuche einmal, die Tauwasserproblematik etwas transparent zu gestalten.

1. Ein Problem bei Wohnraum-Dachfenstern ist, dass diese sehr tief in den Laibungen liegen. Je dicker die Wärmedämmung der Dachflächen ausgebildet wird/ist, desto tiefer wird die Laibung. Das ist deshalb ein Problem, weil die warme Luft, die im Raum zirkuliert, kaum mehr in alle Ecken der Laibungen und damit der Fensterrahmen kommen kann. ABER: die Luftfeuchtigkeit in dem Raum breitet sich gleichmäßig aus. Die Fensterrahmen, egal welcher Hersteller die gebaut hat, sind immer der kühlste Bereich, dieses insbesondere bei neueren Fenstern mit extrem dämmenden Verglasungen.

Gelangt also die normale Raumluft an den kühlen Rahmen, fällt das in ihr enthaltene Wasser in gasförmigen Zustand als Tauwasser (tropfbarer Zustand) aus.

2. Die Hersteller sind sich unisono einig, dass es sehr empfehlenswert ist, dass Heizkörper unmittelbar unterhalb der Fenster eingebaut/angeordnet werden. Damit soll die erwärmte bzw. warme Luft an den Fensterrahmen besser vorbeistreichen können und die Luftfeuchtigkeit mitnehmen. Das allerdings funktioniert nur dann wirklich sinnvoll, wenn statt einer waagerechten Fensterbank nur eine senkrechte untere Laibungsbekleidung eingebaut ist. Und die wiederum benötigt am oberen Laibungsende eine Bekleidung, die mindestens schräg nach oben verläuft, da sich andernfalls dort eine Verwirbelung einstellt, die die Luft abkühlen lässt und damit wieder Tauwasserausfall erzeugt.
Heizkörper unterhalb von Fenstern, bzw. vor Fenstern sind ohnehin sinnvoll, weil dadurch eine Thermik im Raum entsteht, die dafür Sorge trägt, dass der Raum gleichmäßig erwärmt wird. Die warme Luft oberhalb des Heizkörpers steigt auf und kalte Luft unterhalb des Heizkörpers wird nachgezogen. Durch den Unterdruck wird die Raumluft insgesamt in eine Drehbewegung versetzt, die warme Luft verteilt sich gleichmäßig.

3. Die zusätzlichen Dämmrahmen und die damit verbundenen Mehrleistungen können nach hiesiger Ansicht nur einen kleinen Teil verbessern, da die Fensterrahmen durch die Lüftungsebene zwischen den Eindeckungen und den Zusatzmaßnahmen (Unterdeckbahnen, Unterdeckplatten, etc.) ständig mit kalter Luft umspült werden.

Eine Raumtemperatur von ca. + 20 °C bis + 22 °C ist als normal zu bezeichnen in Räumen, die dem dauernden Aufenthalt für Personen dienen. Die dabei kritische rel. Luftfeuchtigkeit beginnt bei etwa 55 % und mehr. Eine zu geringe rel. LF unter 45 % bringt bei den Bewohnern Probleme mit den Schleimhäuten und sollte deshalb nur temporär vorhanden sein. Es ist also notwendig, dass eine konstante/regelmäßige Kontrolle der rel. LF erfolgt und dann das Lüftungsverhalten entsprechend angepasst wird.

Und hier müssen wir zwischen den Räumen unterscheiden in:

Badezimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Wohnzimmer, Küche sowie wenig genutzten Zimmern (homeoffice).

In Badezimmern und in der Küche fällt die meiste Luftfeuchtigkeit an. Hier ist also der größte Lüftungsbedarf. Das fällt aber meistens nicht sofort auf, da in diesen Räumen die Raumtemperaturen oftmals am höchsten sind, so dass die Raumluft die meiste Feuchtigkeit in gasförmigen Zustand aufnehmen können. In den geomoetrisch bedingten kühlsten Ecken fällt dann aber ebenso häufig das Wasser als Tauasser wieder aus es entsteht Schimmel.

In Schlafzimmern ist die Temperatur hingegen meistens bei ca. + 18 °C und kann deshalb schon weniger Feuchtigkeit aufnehmen. Pro Nacht und Person im Schlafzimmer werden ca. 2 – 3,5 l Feuchtigkeit durch Atmen freigesetzt. Im Bereich der Wohnraumdachfenster fällt diese Feuchtigkeit am schnellsten wieder als Tauwasser aus.

In Kinderzimmern, die Tagsüber aufgewärmt und durch Spielen auch mit mehr Feuchtigkeit belastet werden, muss die Feuchtigkeit durch Querlüften vor dem Schlafengehen fortgelüftet werden, denn zum Schlafen wird die Raumtemperatur idR abgesenkt und Tauwasser kann ausfallen.

Fazit: Tauwasser an Wohnraumdachfenstern ist (fast) normal, muss aber, um Schimmel vorzubeugen, konsequent und regelmäßig fortgelüftet werden.

PV-Anlagen überprüfen mit einer Drohne und Wärmebild.

Drohnen sind bei der planungsgruppe dach schon länger im Einsatz. Neu ist jedoch die DJI Matrice 4T, mit der PV-Anlagen mittels Wärmebildkamera auf z.B. hotspots überprüft werden können.
Damit können wir auch schwer zugängliche Anlagen überprüfen, ohne dass eine Hubarbeitsbühne oder ein Gerüst zum Einsatz kommen muss. Das spart Geld und Zeit.
Hotspots können die Anlage zunächst regional begrenzt stark aufheizen. Dadurch entstehen aber oftmals weitere Fehler, die die Anlage weiter erhitzen können. Die Folgen können Brände sein, die es zu vermeiden gilt.
Außerdem liefert eine defekte Anlage weniger Strom.
Mit der Drohne können wir die Anlage zwar nicht reparieren, aber wir finden die Fehler.

Außergewöhnlich helle Bereiche deuten auf hotspots hin.

Abdichtungen und Werkstoffdicken

Abdichtungen können mit einigen Werkstoffen erstellt werden. Allen gemeinsam ist, dass es für bestimmte Einsatzbereiche vorgegebene Werkstoffdicken gibt.

Aber es werden auch Bahnen für Abdichtungen in Bereichen benötigt, an die man nicht sofort denkt.

Der Praxistipp beantwortet die häufigsten und wichtigsten Fragen zur Planung und Ausführung.

1. Welche Werkstoffe eigenen sich für Abdichtungen?

Es wird im Grundsatz unterschieden zwischen „bahnenförmigen“ und „flüssigen“ Abdichtungsarten. Daneben können Abdichtungen auch aus z. B. Edelstählen erstellt werden.

Bei den bahnenförmigen Abdichtungen wird weiterhin zwischen bituminösen Bahnen und Kunststoffbahnen unterschieden.

Bei den Flüssigkunststoffen unterscheidet man u. a. noch zwischen den ein- oder mehrkomponenten Flüssigkunststoffen.

Großflächige Abdichtungen aus Metallen werden aufgrund der sehr komplexen und auch teuren Ausführungen eher selten verwendet und werden hier nur kurz angesprochen.

Bei den bituminösen Abdichtungsbahnen werden weitere Differenzierungen gemacht.
Es gibt die Dachdichtungsbahnen (DD), die Bitumenschweißbahnen (S) sowie die sogenannten kaltselbstklebenden Bahnen (KSA).
Eine weitere Unterteilung wird bei den verwendete Bitumen gemacht. Verwendung finden Oxidationsbitumen, Polymerbitumen elastomer (PYE) und Polymerbitumen plastomer (PYP).

Bei den Kunststoffbahnen sind u. a. die entscheidenden Auswahlkriterien die Verträglichkeit mit Bitumen, die UV-Beständigkeit sowie die Art der Verlegung (z.B. mit oder ohne Auflast, lose Verlegung oder mechanische Befestigung).

Flüssigkunststoffe für Abdichtungen sind: flexible ungesättigte Polesterharze (UP), flexible Polyurethanharze (PUR) 1-komponentig oder 2-kompoentig und die flexiblen reaktiven Polymethylmethacrylaten (PMMA).

2. Welche Bahnen eignen sich für welchen Einsatzzweck?

Hier ist die Tabelle 5: „Anwendungstypen von Abdichtungen“ als Bestanteil der Fachregel für Abdichtungen anzuwenden.
– Bahnen und Flüssigkunststoffe für einlagige Abdichtungen werden mit „DE“ gekennzeichnet.
– Bei mehrlagigen Abdichtungen benötigt die Oberlage die Kennzeichnung „DO“.

– Bahnen für eine untere Lage von mehrlagigen Abdichtungen werden mit „DU“ gekennzeichnet.

– Zwischen- bzw. zusätzliche Lagen bei mehrlagigen Abdichtungen erhalten das Kennzeichen „DZ“.

Sämtliche verwendete Bahnen und Flüssigkunststoffe für Abdichtungen müssen den jeweiligen Produktdatenblättern entsprechen. Bei Flüssigkunststoffen gilt das auch für die benötigten Einlagen aus Kunststofffaservliesen.

Bei Abdichtungen mit Dachbegrünungen (extensiv oder intensiv) muss mindestens die Oberlage der Abdichtung gegen Durchwurzelung resistent sein. Die Eignung hierfür muss gemäß des FLL-Verfahrens nachgewiesen sein.

3. Ist die Dicke einer Bahn abhängig vom Einsatzzweck?

Bei den Dachdichtungsbahnen werden keine Bahnendicken sondern der Anteil an Löslichem angegeben.
Bei den Kaltselbstklebebahnen, die als untere Lage dienen sollen, beträgt die Mindestdicke 2,8 mm. Wird die Nahtfügung durch eine zusätzliche Wärmezugabe erstellt, z. B. aus Witterungsgründen mit Heißluft oder Brenner, dann sollte die Dicke der Bahnen 3,5 mm nicht unterschreiten.
Die Dicke von Polymerbitumen-Schweißbahnen mit einer Glasgewebe- oder Kombinationsträgereinlage muss mindestens 4 mm betragen.
Bei Einlagen aus Polyerstervliesen sind 5 mm Bahnendicke erforderlich.

Kunststoffbahnen mit Einlagen oder innen liegenden Verstärkungen weisen eine Mindestdicke von 1,5 mm auf. Allerdings wird die Dicke bei Bahnen auf Basis von flexiblen Polyolefinen mit Bitumen als Weichmacher und/oder Füllstoff (ECB) und einer Einlage auf mindestens 2 mm erhöht.
Bei Elastomerbahnen mit innenliegender Verstärkung wird eine Mindestdicke von
1,6 mm angegeben.
Kunststoffbahnen aus Polyisobutylen (PIB) weisen eine Dicke von mindestens
1,5 mm auf.
PVC-P und EVA Bahnen (Basis = Polyvinylchlorid) ohne Einlage oder innen liegende Verstärkung benötigen eine Mindestdicke von 1,5 mm.

Die möglichen Vlieskaschierungen werden bei der Angabe der Dicken nicht berücksichtigt!

Flüssigkunststoffe haben grundsätzlich eine Mindestdicke von 2,1 mm aufzuweisen.

Aus den Erfahrungen heraus kann aber gesagt werden, dass sich dickere Bahnen in fast allen Einsatzbereichen bewährt haben. Das trifft insbesondere bei den bituminösen Abdichtungen, bei den Kaltselbstklebebahnen als erste Lagen einer mehrlagigen Abdichtung vorgesehen sind, zu.
Bei den Kunststoffbahnen kann sich die Dicke der Bahnen positiv auf die Lebensdauer der Bahnen auswirken.

Die Dicke der zu verwendenden Bahnen ist nach der Fachregel für Abdichtungen unabhängig von der Neigung/dem Gefälle der Dachfläche(n). Anders als in der Regel für Abdichtungen ausgeführt, müssen bei einer Ausführung gemäß DIN 18531 bei einem Gefälle <2% dickere Bahnen bei Abdichtungen mit Kunststoffbahnen verwendet werden. Eine Ausnahme hiervon liegt bei Abdichtungen aus Polyisobutylen vor.

Beachte: Bahnen, die für die Abdichtungen angewendet werden dürfen, müssen auch im Bereich der geneigten Dächer dann verwendet werden, wenn regensichere oder wasserdichte Unterdächer erforderlich sind. Die Bahnenqualitäten müssen denen der jeweiligen Produktdatenblätter entsprechen.
Die sogenannten „diffusionsoffenen Unterdeckbahnen“, die einige Hersteller auch für den Einsatz als regen- oder wasserdichte Unterdächer anbieten, sind allein wegen der Dicke der abdichtenden Schicht und der damit einhergehenden geringeren Wassersäule im Prüfverfahren, als nicht geeignet/gleichwertig anzusehen.

4. Sind Bahnendicken und Fügebreiten abhängig voneinander?

Weder in der DIN 18531 noch in der Fachregel für Abdichtungen sind bei den verschiedenen Werkstoffen Abhängigkeiten zwischen den Dicken der verschiedenen Bahnen und den Fügebreiten beschrieben.
Auch bei Flüssigkunststoffen gibt es keine Vorgaben, dass die Mindestfügebreiten von 50 mm bei Anschlüssen – z.B. auf Fensterrahmen – erhöht werden müssen.

5. Ist die Hochwertigkeit einer Bahn oder eines Flüssigkunststoffes abhängig von ihrer/seiner Dicke?

Die Qualitäten verschiedener Abdichtungsbahnen ist in erster Linie abhängig von den verwendeten Zutaten.
Ein einfaches Oxidationsbitumen, wie es bei einer einfachen G 200 DD oder einer
G 200 S4/S5 verwendet wird, hat unabhängig von der Dicke der Bahn ein schlechtes Kaltbiegeverhalten. Bei niedrigen Temperaturen bricht das Bitumen der Deckschichten.
Um das zu verhindern, werden Kunststoffe – wie z.B. Polymere – hinzugefügt. Gleichzeitig erhöht sich dadurch auch die mögliche Zugbelastung.
Weiter verbessert werden die Eigenschaften durch die Wahl der Trägereinlage. Eine Einlage aus Glasfaser hat eine geringe Reißfestigkeit, während eine Einlage aus einem Polyesterfaservlies eine hohe Reißfestigkeit aufweist.
Die klassische G 200 DD wird deshalb überwiegend als Vordeckung bei Untergründen aus Holz- oder Holzwerkstoffen verwendet.

Bei Kunststoffbahnen kann man eine Höherwertigkeit über die Dicke der Bahn bejahen. Das gilt für alle zugelassenen Bahnen gleichermaßen. Lediglich PIB-Bahnen werden ausschließlich mit einer Materialdicke von 1,5 mm angeboten.

Gleiches kann auch für den Bereich der Flüssigkunststoffe angenommen werden.
Die Dicke einer Bahn hat Einfluss auf z.B. den mechanischen Widerstand.

6. Haben die Dicken von Bahnen auch Nachteile?

Die Dicke der Bahnen können die bauphysikalischen Eigenschaften einer Bahn oder einer Abdichtung beeinflussen.
Bei gleicher Zusammensetzung weisen dünnere Bahnen einen geringeren Wasserdampfwiderstandswert (sd-Wert) auf. Das kann sich bei Sanierungen positiv auf das mögliche Abtrocknungsverhalten eines Schichtenaufbaus auswirken. Dickere Bahnen oder Abdichtungen haben ein schlechteres Diffusionsverhalten. Weiterhin kann die Dicke der Bahnen deren Brandverhalten verändern. Vereinfacht gesagt, haben dickere Bahnen eine höhere Brandlast als dünnere.

Windsogsicherung – ein notwendiges Übel?

Ein Thema, welches ähnlich wie die Neigung oder das Gefälle bei Dächern kontrovers diskutiert wird. Dabei gibt es hierfür gar keinen Grund. Eine Windsogsicherung ist wichtig und nicht zu vernachlässigen.

Die Starkwindereignisse haben unstreitig in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Das wirkt sich auch auf eines der wichtigsten Bauteile eines Gebäudes aus, dem Dach. Ist es doch am höchsten Punkt eines Gebäudes und somit selber ungeschützt jeglicher Witterung ausgesetzt. Das gilt es zu schützen!

Dachflächen werden in Eck-, Rand- und Innenbereiche aufgeteilt. Besonders die Eck- und Randbereiche sind von der Windeinwirkung betroffen.
Bei den geneigten Dächern, die mit einer Eindeckung versehen sind, betrifft das die Bereiche der Ortgänge im Übergang zur Traufe und First, als Eckbereiche, die Traufe und der Firstbereich als Randbereiche.
Entgegen der vielfachen Meinung, wonach die Deckwerkstoffe durch Winddruck aus ihrer eigentlichen Lage gerissen werden, ist es der Windsog, der auf der windabgewandten Seite (in Lee) die z.B. Dachziegel aus der Dachfläche herausreißt. Die Dachziegel oder Dachsteine werden an der der Traufe zugewandten Seite angehoben und regelrecht nach oben (Richtung First) herausgedreht. Deshalb sind die bekannten Kopfklammern, die über den Ziegel und gleichzeitig über die Dachlatte geschoben wurden, nicht mehr zulässig.
Aber auch im Bereich von Traufen, Firsten und Graten wird der Wind an der Dachkante ausgebremst, was zu einer Verwirbelung führt. Dadurch entsteht eine Walze, an deren eingedrehter Unterseite der Unterdruck entsteht.
Bei Dächern mit Eindeckungen werden die einzelnen Zonen über die Gebäudehöhe und/oder –Breite ermittelt und festgelegt. Aus den weiteren Berechnungen ergeben sich die Anzahl der Klammern und die Art der Verklammerung. Eine Ausführung, wonach z. B. eine Dachfläche durchgehend nach dem Schema 1:3 verklammert werden soll, dürfte nicht konform mit der entsprechenden Fachregel sein.
Für den Bauherren ist es wichtig, dass ein sogenannter Klammerplan erstellt und vorgelegt wird.

Wichtiger Hinweis: Schäume oder dergleichen gelten nicht als Windsogsicherung!

Bei Flachdächern mit Abdichtungen kann die Windsogsicherung durch eine mechanische Befestigung, eine Verklebung oder durch Auflast erstellt werden. Von einer (durchaus möglichen) Kombination würde der Autor jedoch abraten.
Bei Dächern mit Abdichtungen dürfen die ggf. erforderliche lineare Randbefestigung im Bereich von aufgehenden Bauteilen, insbesondere bei Attiken, und die ebenso erforderliche Windsogsicherung nicht verwechselt werden.
Wie bei den geneigten Dächern werden auch bei Flachdächern die Dachflächen in Eck-, Rand- und Innenbereiche eingeteilt. Besonders gefährdet sind hier die Außenecken eine Dachfläche. Leider vielfach vernachlässigt werden die mechanischen Befestigungen an und um aufgehende Bauteile, wie z. B. große Lichtkuppeln oder Lichtbänder. Auch im Bereich von Kaminköpfen entstehen Verwirbelungen, die zu einem Windsog führen können.

Analog zu den geneigten Dächern müssen auch bei Dachflächen mit Abdichtungen Befestigungspläne erstellt werden.
Einer der häufigsten Fehler, der bei Dächern mit Abdichtungen im Bereich der Windsogsicherung gemacht wird, ist bei den sogenannten verklebten Aufbauten zu verzeichnen. Hierbei werden die Vorgaben der Menge des Klebers und die Art der Anordnung geradezu sträflich vernachlässigt.

Eine unzureichende Windsogsicherung kann im Schadenfall zu einem Verlust des Versicherungsschutzes führen. Die Sachversicherer bedienen sich zunehmend öbuv Sachverständiger des Dachdeckerhandwerks zur Schadenanalyse. Wird bei einem Neubau eine unzureichende Windsogsicherung erkannt/festgestellt, wird der Versicherer den Versicherten ggf. eine Regressnahme bei dem ausführenden Dachbauhandwerker empfehlen, ohne dass zuvor der Schaden vergütet wird, oder der Versicherer wird seinerseits Regress nehmen wollen, was jedoch aus juristischer Betrachtung oftmals wegen fehlender Vertragsverhältnisse nicht darstellbar ist/sein wird.

Zusätzlich ist es empfehlenswert, wenn der Bauherr/der Hausbesitzer seine Dachflächen regelmäßig auf Schäden, die zu einem nachfolgenden Schaden durch Windsog führen können, untersuchen lässt.

Wichtiger Hinweis: Schon der versuchte Versicherungsmissbrauch ist strafbar.

Die Sache mit dem Gefälle

Ein Thema, welches wohl kaum wie ein anders die Gemüter bewegt, ist das Thema Gefälle bei Abdichtungen.Dabei werden vielfach die Aussagen recht emotional.Es bilden sich zwei Lager: die einen, die sagen, dass es ohne ein Gefälle bei Abdichtungen gar nicht gehen würde, während das andere Lager auch Ausführungen ohne eine explizite Gefälleausbildung als fachgerecht und möglich betrachtet.

Betrachten wir einmal kurz die wesentlichen Grundlagen.
In der Fachregel für Abdichtungen werden in der Planung, oder sollte man besser sagen „für die Planung“?, 2 % Gefälle gefordert. Wobei hier das modale Hilfverb „soll“ verwendet wird, was insofern eine Einschränkung darstellt, als dass es kein „muss“ bedeutet. Im Abschnitt 2.2 „Dachneigung, Gefälle“ werden auch sofort im Klammersatz (2) Ausnahmen aufgezeigt, die eine Ausführung einer Abdichtung mit einem Gefälle von < 2% ermöglichen.
Schon jetzt wird deutlich, dass danach eine gefällelose Ausführung nicht automatisch einen Mangel generiert.
Begründbar ist das damit, dass eine anerkannte Regel der Technik (aRdT) nicht in Teilen fehlerhaft sein kann. Wäre sie das, wäre es keine aRdT mehr.

Was soll denn eine Gefällebildung überhaupt bewirken?
Dazu gibt der Klammersatz (1) gleich die Antwort: „für die Ableitung des Niederschlagswassers“.Es ist unstreitig und bekannt, dass durch Pfützenbildungen organische Ablagerungen in deren Randbereichen entstehen können. Durch wiederholtes Abtrocknen und Wiederauffeuchten verkrallen sich die Ablagerungen mit dem Untergrund und es kann – insbesondere bei Bitumenbahnen mit Beschieferung – zu dem sogenannten mud curling Effekt kommen. Dabei entstehen zunächst kleine Kerbrisse, die sich jedoch im Laufe der Zeit vergrößern und die Oberfläche der Bitumenbahnen beschädigen. Es entsteht der optische Eindruck einer Krokodilshaut.
Bei Kunststoffbahnen erfolgt dieser Prozess etwas langsamer, weil deren Oberflächen nach der Fertigstellung der Abdichtungen zunächst glatter sind als es bei den Bitumenbahnen der Fall ist. Bei Kunststoffbahnen kommt es in den letzten Jahren vermehrt zu einer Rotalgenbildung, die sich schädigend auf die Abdichtung auswirken kann. Stark betroffene Bahnen erwecken an deren Oberfläche den Eindruck, als ob verwelktes Laub auf ihnen liegen würde. Die Oberfläche wir regelrecht abgeschmirgelt.
Warum sich bei einigen Abdichtungen Rotalgen bilden, während es bei gleicher Ausführung an anderen Orten keine Rotalgenbildung gibt, ist bisher noch nicht ausreichend erforscht.
Diese Art von Schäden können aber durch eine regelmäßge Wartung vermieden werden!

Als Mangel muss jedoch eine Ausführung eingestuft werden, bei der die Dachabläufe nicht an den Tiefpunkten geplant und angeordnet wurden. Das ist leider häufig bei Leichtbaukonstruktionen (z.B. Stahltrapezprofilen) der Fall. Aber auch Dachabläufe, die nicht in der Abdichtungsebene selber vertieft eingebaut wurden, zählen zu den mangelhaft ausgeführten Leistungen.

Um als Dachbauhandwerker auf der sicheren Seite zu sein, sollte vor der Ausführung von gefällelosen Abdichtungen der Besteller unbedingt über die möglichen Nachteile, die eine gefällelose Ausführung der Abdichtung für ihn bedeuten kann, nachweislich aufgeklärt werden. Der Besteller sollte dem Dachbauhandwerker gegenüber unmissverständlich bescheinigen, dass er die Nachteile kennt und verstanden hat.
Ein solches Vorgehen ist (persönliche Meinung des Autoren: leider) erforderlich, da es inzwischen Urteile von Gerichten gibt, bei denen eine gefällelose Ausführung der Abdichtung – hier von Dachterrassen – als Mangel eingestuft wurde, was zu der Neuerstellung geführt hat.
Dabei stützte sich das Urteil auf die persönliche Auffassung des Sachverständigen, der die Auffassung vertrat, dass eine gefällelose Ausbildung grundsätzlich einen Mangel darstellen würde. Dieses auch dann, wenn Kompensationsmaßnahmen, etwa die Erhöhung der Dicke der Abdichtungsbahnen, durchgeführt werden.

Wichtig ist es auch, dass vor Beginn der Ausführungen die Grundlagen, nach denen ausgeführt werden soll, vereinbart werden. Denn neben der Fachregel für Abdichtungen als anerkannte Regel der Technik, gibt es noch die DIN 18531, die sich aber gerade in dem Bereich der Gefällegebung u. a. durch die Anwendungsklassen K1 und K2 deutlich von der Fachregel unterscheidet.
Kommt es zu einem Rechtsstreit, so muss im Zweifel das Gericht und/oder der beauftragte Sachverständige Kenntnis davon haben, nach welchen Kriterien es/er die Abdichtung beurteilen muss.

so funktioniert ein Wärmedämmstoff

Funktionsweise von Dämmstoffen

Vergleicht man organische oder mineralische Wärmedämmungen mit massiven Bauweisen, wird häufig angeführt, dass Masse eigentlich der bessere Dämmstoff sei. So seien z.B. die dicken Außenmauern von Kirchen im Sommer angenehm kühl und im Winter wegen der großen Speicherkapazität gleichmäßig warm. Diese Wirkung lässt sich allerdings in einem Massivdach im Bereich des Einfamilienhauses nur schlecht umsetzen.

Eine Alternative sind stehende Luftschichten, die nicht so dick sind, dass sie eine Eigenkonvektion hervorrufen. Da Luft ein schlechter Wärmeleiter ist, weisen Luftschichten gute wärmedämmende Wirkungen auf. In Wärmedämmungen wird die Luft in vielen kleinen Kammern „gefangen“ gehalten, um eine Konvektion zu unterbinden. Bei Polystyrolen beispielsweise bilden kleine Kügelchen diese Kammern. Daneben gibt es Experimente mit wabenförmigen Kammern.

Um die Wärmeleitung fester Baukörper in Dämmungen zu reduzieren und damit die Wärmeleitgruppe zu verbessern, werden immer neue Produkte entwickelt. So macht man sich bei Mineralfaserdämmungen die schlechten Wärmeleiteigenschaften von Glas- und Steinfasern zunutze. Das Netzwerk der Fasern schließt die Luft ein und hindert sie an der Konvektion. Warme Luft gelangt an die Raumseite der Dämmstoffe und erwärmt diese. Aufgrund der schlechten Weiterleiteigenschaften wird die eintreffende Wärme nicht in voller Gänze an die weiter außen liegenden Luftmoleküle weitergegeben und es tritt eine dämmende Wirkung ein. Als Resultat muss weniger Primärenergie hinzugeführt werden, um eine gleichmäßige Wärme in einem Gebäude zu erhalten.

Vergleicht man einen massiven Baustoff wie z.B. Stahl-Beton mit einer Wärmeleitfähigkeit von 2,1 W/mK mit einer Mineralfaser mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/mK, dann müsste man 84 cm dicken Beton herstellen um die gleiche dämmende Wirkung wie 1 cm Mineralfaser zu erhalten. Rein rechnerisch nimmt mit der Dicke einer Dämmung der Verlust von Wärme gleichmäßig ab. In der Realität stimmt diese Aussage nicht ganz, denn ab Dämmstoffdicken von ca. 260 mm verringert sich der Energieverlust nicht mehr so deutlich, die Kurve fällt flach ab.

Fazit: Baustoffe mit einer geringen Wärmeleitfähigkeit haben eine dämmende Wirkung und helfen so Primärenergie einzusparen.
(c) planungsgruppe dach

Flachdachkonstruktionen

Zunächst soll mal der allgemeine Aufbau eines Flachdaches beschrieben werden:

1 .Tragkonstruktion (Stahlbeton, Trapezblech, Holz etc.)

2. Ggf. Haftgrund bzw. Trennlage (Holz)

3. Dampf- und Luftsperre

4. Wärmedämmung

5. Ggf. Luftraum bei belüftetem, zweischaligem Dach (sog. „Kaltdach“)

6. Abdichtung

Dampfsperre

Die Dampf- und Luftsperre kann aus den verschiedensten Materialen bestehen. Bei Stahlbetondecken kann diese auch aus Kunststoffolien bestehen. Ein dichter Anschluß der Nähte ist nicht erforderlich. Allerdings sind Durchbrüche Dampf- und Luftdicht anzuschließen.
Bei Trapezblechen sind lose verlegte Folien denkbar ungeeignet ! Hier kann man entweder bituminöse Dampfsperren einsetzen, oder aber spezielle selbstklebende Dampfsperren. Die immer wieder verwendete V 60 S4 + Al ist aber schlichtweg zu empfindlich (V 60 S4 + Al = Rohglasvliesbahn, 4 mm dick, Schweißbahn, Aluminiumeinlage). Hier ist eine Glasgewebebahn G 200 S4 + Al wesentlich geeigneter. Oder aber eben Systembahnen.

Wärmedämmung

Die Wärmdämmung kann bestehen aus: Polystyrol („Styropor“), Extruder-Schaum, PUR, Mineralfaser oder Schaumglas. Andere Dämmstoffe werden nur selten eingesetzt. Auf Betondächern hat sich Polystyrol alleine wegen des günstigen Preises durchgesetzt. Auf Stahltrapezblechen kommt es aber immer wieder zu Dämmstoffwanderungen. Hier ist Mineralfaser oder Schaumglas besser geeignet. PUR hat den besten Dämmwert aller Dämmungen, so daß hiermit die Höhen reduziert werden können. Von daher eignet sich PUR insbesondere für Terrassen und Balkone. PUR ist jedoch teurer als Polystyrol. Extruder-Schaum wird als Umkehrdämmung eingesetzt (hier liegt die Dämmung auf der Abdichtung) oder auch bei höheren Belastungen. Extruderschaum hat die gleiche Belastungsmöglichkeit wie PUR, ist aber wasserfest.
Nur Mineralfaser und Schaumglas sind nicht brennbar.
Schaumglas, das teuerste Dämmprodukt, ist nicht brennbar, verrottet nicht, wasserdicht und wasserfest sowie dampfdicht. Zudem ist die Entsorgung problemlos, da es sich im Grunde um Sand handelt.

Abdichtung

Hier scheiden sich die meisten Geister. Es gibt die „weiße“ und die „schwarze“ Fraktion.
Gemeint sind damit die Vertreter der Kunststoff-Abdichtungsbahnen („Folien“) bzw. der bituminösen Abdichtungsbahnen.
Da wir von der planungsgruppe dach pd® nicht für die Industrie tätig sind, gehören wir keiner der Fraktionen an, sondern beurteilen die Vor- und Nachteile der jeweiligen Produkte neutral.
An dieser Stelle würde ein Vergleich erstens zu weit führen und zweitens in der Praxis nicht anwendbar sein. Es hängt immer von vielen Umständen ab, welche Lösung gewählt wird.

Oberflächenschutz

Im Wesentlichen werden hier verwendet: gewaschener Kies, Plattenbeläge oder Schiefersplitt und keramische Einstreuungen. Alle Arten gelten als sog. „harte“ Bedachung, die im Sinne der DIN 4102 beständig ist gegen Funkenflug und strahlende Wärme sind.

Kies und Plattenbeläge übernehmen aber auch die Windsogsicherung. Bei beschieferten Abdichtungen sind diese entweder mechanisch befestigt oder es handelt sich um einen komplett verklebten Dachaufbau.

Lebensdauer

Die Lebensdauer hängt natürlich von den äußeren Umständen, der Nutzung aber auch stark von den verwendeten Materialien.
Aber nicht nur die Abdichtung ist hier entscheidend, sondern das ganze Abdichtungs- und Dämmpaket. Hier ist eben eine intensive Beratung erforderlich. Die Lebensdauer kann von etwa 7 Jahren bis über 50 Jahre reichen.

Die Lebensdauer kann durch Wartungsverträge nicht unerheblich verlängert werden. Oftmals reicht auch ein reiner Inspektionsvertrag.
Eine Anfrage bei uns oder Ihrem vertrauten Dachdeckermeister hilft Ihnen weiter.

Wie finde ich den richtigen Betrieb für mein Dach?

Wie finde ich den richtigen Dachdeckerbetrieb für mein Dach?

Leider haben immer wieder negative Beispiele bei der Bauausführung für Schlagzeilen gesorgt. Eines der spektakulärsten in letzter Zeit war wohl der Zusammenbruch einer Dachkonstruktion infolge punktueller Überlastung durch umgelagerte Kiesschichten. Letztlich kann aber auch der beste Betrieb Schäden nicht ganz ausschließen, da handwerkliche Arbeit nun einmal von Menschen ausgeführt wird.

Die erste große Fehlerquelle beruht sicherlich bereits auf mangelhafter Planung. Was hier an Fehlern „eingebaut wird“, kann der Handwerker vor Ort bei der Bauausführung oftmals nicht mehr ausbügeln. Nur – der Mangel wird dann dem ausführenden Betrieb zugeordnet. Hier hilft nur rechtzeitige Beratung durch den Fachmann.

Wie kommen Qualitätsunterschiede zwischen den Handwerksbetrieben zustande?

Ein gut geführter Handwerksbetrieb wird in der Regel durch einen Meister geleitet. Dieser sollte sich regelmäßig weiterbilden. Dadurch versetzt er sich z.B. in die Lage, Neuerungen beurteilen und umsetzen zu können. Der Meisterbetrieb ist aufgrund seiner fachlichen Kompetenz fähig, Sie als Kunden umfangreich und objektiv zu beraten. Mögliche Alternativen bei der Bauausführung sollten auf jeden Fall angesprochen werden. Das Beharren auf nur einem Produkt oder auf nur einer möglichen Ausführungsart kann ein Hinweis darauf sein, dass die Ausführung schematisch verlaufen wird (nur für Standardsituationen geeignet). Teilweise kann man sogar unterstellen, dass die vom Kunden gewünschte Ausführungsart gar nicht verstanden worden ist. Im Rahmen einer gelungenen Beratung sollten Ihnen Vor- und Nachteile bestimmter Produkte oder Ausführungen beschrieben werden. Der Meister sollte Sie außerdem auf uneffiziente Auftragswünsche hinweisen und nicht nur sein Geschäft im Auge haben.

Nach der Beratung erfolgt das Angebot.

Hier sollten Sie darauf achten, dass die gewünschte Leistung vollständig und detalliert aufgeführt wird. Bei einem Angebot, das z. B. die Leistung einer Dachsanierung eines Einfamilienhauses beschreibt, sollte es verwundern, wenn mehrere, sehr umfangreiche Leistungsbeschreibungen in nur einer Position mit nur einem Einheitspreis angeboten werden. Die Preistransparenz ist hier nicht vorhanden, die angebotene Leistung also undurchsichtig. Spätere bei der Schlussrechnung auftretende Mehr- oder Minderkosten sind nicht nachvollziehbar.

Im Sinne der Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB) müssen angebotene Leistungen nachvollziehbar und einzeln angeboten werden. Das hat Klarheit für den Kunden zur Folge. Sie werden schneller feststellen können, ob erforderliche oder gewünschte Ausführungen überhaupt mit angeboten worden sind. Die „Nachträge“ in einer Endrechnung für vermeintlich zusätzlich erbrachte Leistungen machen ein scheinbar günstiges, aber unvollständiges Angebot schnell teuer.

Ist man sich einig geworden und es kommt zum Vertrag, beginnt eine weitere wichtige Phase der guten Zusammenarbeit. Ein seriöser Handwerksbetrieb lässt Sie während der Bauphase nicht allein. Der Meister oder der Techniker überwachen Ihr Bauvorhaben mindestens 1 mal täglich. Sie erkennen mangelhafte Vorleistungen anderer Gewerke und können auf diese rechtzeitig hinweisen. Oft wird dies als Denunzierung betrachtet, ist aber letztlich zum Nutzen des Bauherrn, da die Fehlerbeseitigung rechtzeitig erfolgen kann.

Ein gut geführter Handwerksbetrieb, der zusammen mit anderen Gewerken an einem Bauvorhaben beteiligt ist, koordiniert im Rahmen seiner Möglichkeiten die Abläufe während der Bauphase, die zu einer kostengünstigen Gesamtleistung erforderlich sind. Nach Möglichkeit wird der Betriebsleiter oder sein Vertreter also ständig den Kontakt zu Ihnen suchen. Dadurch werden Änderungswünsche Ihrerseits auch während der Bauphase sofort auf Machbarkeit geprüft und ggf. noch rechtzeitig berücksichtigt. Das spart Kosten.

Ist die Bauphase eines Gewerkes abgeschlossen, ist die Rechnungsstellung der nächste wichtige Aspekt. Eine seriöse Firma hält sich bei der Erstellung der Rechnung an den Aufbau ihres Angebotes. Positionen, die geändert wurden, sind als solche erkennbar. Positionen, die im Angebot nicht aufgeführt waren, sind separat aufgelistet. Je nach Vertragsform ist ein Aufmaß beigefügt. Darin werden die Einzelmaße und die Rechenwege, die zur Summenbildung geführt haben, aufgezeigt. Dadurch wird die Rechnung ebenso transparent wie das Angebot.

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass ein gut geführter Handwerks-betrieb einen umfangreichen Service bietet. Und Service kostet. Er spart aber auf der anderen Seite Ihnen als Kunden Zeit, Ärger und damit letztlich Geld.

Merke: Nicht der billigste Anbieter ist immer der günstigste!

Es muss aber auch gesagt werden, dass umfangreiche Arbeiten an Bauvorhaben immer von einem unabhängigen Fachmann, dem Architekten oder Fachplaner, geplant und begleitet werden sollten. Er erkennt aufgrund seiner Erfahrung und seines Könnens schwarze Schafe. Er verhilft Ihnen zu vergleichbaren Angeboten bei den Einzelgewerken und qualitativ hochwertigen Ausführungen. Er entlarvt versteckte Preiserhöhungen bei der Rechnungsstellung der Auftragnehmer, und er erspart Ihnen Zeit.

Nachfolgend haben wir Ihnen eine Art Checkliste zusammengestellt. Bezogen auf einen Dachdeckerbetrieb soll Ihnen die Möglichkeit gegeben werden, unseriöse Anbieter von vornherein auszuschließen. Beachten Sie aber: Die Aufstellung kann nur sehr allgemein gehalten sein, regionale Unterschiede werden u. U. nicht berücksichtigt.

– Handelt es sich um einen Meisterbetrieb ?

– Ist der Betrieb Mitglied der Dachdecker-Innung ?

– Hat der Betrieb einen guten Ruf ?

– Gilt er als zuverlässig ?

– Werden Terminabsprachen eingehalten ?

– Hier helfen häufig die Aussagen von Nachbarn oder Freunden (Flüsterpropaganda)

– Wie werden etwaige Reklamationen behandelt ?

– Ist das Erscheinungsbild des Betriebes modern oder überaltert ?

– Besuchen Sie einmal den Betrieb: Wirkt das Gelände, aber auch das Büro „aufgeräumt“ oder „chaotisch“ ?

– Sind Referenzobjekte vorhanden ?

– Ist der Firmensitz bekannt ?

– Oder handelt es sich womöglich um eine “ Fahrende Kolonne “ ?

© stefan ibold planungsgruppe dach